Eröffnung Fraunhofer SIRIOS
Von rechts: Fraunhofer-Präsident Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Berlins Innensenatorin Iris Spranger, Abteilungsleiter beim BMBF Prof. Dr. Ina Schieferdecker, SIRIOS-Sprecher und Leiter des Fraunhofer FOKUS Prof. Dr. Manfred Hauswirth, SIRIOS-Geschäftsführer Daniel Hiller Paul Hahn / Fraunhofer FOKUS

Fraunhofer SIRIOS feierlich eröffnet

Im Beisein von rund 100 Gästen und hochrangigen Vertretern aus Politik, Sicherheitsbehörden, Industrie und Forschung wurde am Mittwoch, 25. Mai 2022, das neugegründete Fraunhofer-Zentrum für die Sicherheit Sozio-Technischer Systeme SIRIOS offiziell im Berliner FUTURIUM eröffnet.

Ob Hochwasserkatastrophe, Terroranschläge oder die Auswirkungen von Kriminalität und internationalen Krisen - Sicherheit ist mehr denn je eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Dabei sind die vielfältigen Abhängigkeiten zwischen Menschen, Technik und Infrastrukturen in modernen hochvernetzten Gesellschaften – den sozio-technischen Systemen – extrem komplex und bislang für Fragen der öffentlichen Sicherheit noch nicht hinreichend analysiert. Mit der Eröffnung des neuen Fraunhofer SIRIOS wurde daher am vergangenen Mittwoch der Startschuss für einen weiteren Meilenstein in der deutschen Sicherheitsforschung gegeben: Ziel des Zentrums ist es, im Rahmen einer institutsübergreifenden Kooperation der vier Fraunhofer-Institute EMI, FOKUS, IOSB und IVI komplexe Krisen wie eine Sturzflut oder einen Terroranschlag umfassend virtuell abzubilden.

In den Grußworten der Berliner Innensenatorin, Iris Spranger, der Abteilungsleiterin »Forschung für technologische Souveränität und Innovationen« im BMBF, Prof Dr. Ina Schieferdecker, sowie dem Fraunhofer-Präsidenten, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, wurde die aktuelle Relevanz der öffentlichen Sicherheit und die wichtige Rolle der exzellenten Sicherheitsforschung hervorgehoben. Die Berliner Innensenatorin, Iris Spranger sagte: »In den letzten Jahren haben sich sowohl die Berliner Feuerwehr, als auch die Polizei Berlin sowie die Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport an zahlreichen Forschungsprojekten beteiligt. Berlin ist Innovations- und Forschungsmetropole, auch im Bereich Sicherheitsforschung. Deshalb freut es mich außerordentlich, dass das neue Fraunhofer-Zentrum hier in Berlin eröffnet und arbeiten wird. Die Sicherheitslandschaft Berlins wird wesentlich von ihrer Arbeit profitieren und wir freuen uns auf einen regen Austausch.« Die BMBF-Abteilungsleiterin Prof. Dr. Schieferdecker erklärte: »SIRIOS wird mit der Entwicklung zukunftsfähiger Sicherheitslösungen als wichtiger Katalysator bei der Prävention und Bewältigung von komplexen Krisenszenarien sowie als Multiplikator, der diese Lösungen in die Fachszene der zivilen Sicherheitsforschung trägt, wirken.« Fraunhofer-Präsident, Prof. Dr. Reimund Neugebauer wies schließlich darauf hin, dass guter Zivilschutz zwar meistens unsichtbar sei, aber gleichzeitig eine Grundbedingung für den Wohlstand und die Entfaltung eines friedlichen, demokratischen Gemeinwesens. Mit der gebündelten Kompetenz von vier Instituten verfolge das neue Fraunhofer-Zentrum daher eine wichtige Mission.

In der Vorstellung des neuen Zentrums durch den SIRIOS-Sprecher und Leiter des Fraunhofer FOKUS, Prof. Dr. Manfred Hauswirth und der anschließenden Dialogrunde mit dem Berliner Landesbranddirektor, Dr. Karsten Homrighausen, dem Leiter des THW-Leitungsstabs, Klaus-Dieter Büttgen, dem Stabsleiter integrierte Sicherheit der BEN Berlin Energie- und Netzholding GmbH, Stephan Boy, wurden Chancen und Herausforderungen, Bedarfe aber auch Erwartungen an das Fraunhofer SIRIOS ausgetauscht und diskutiert. Eine offene Diskussion, die man auch nach der Veranstaltung weiterführen werde, so der SIRIOS-Sprecher Prof. Dr. Manfred Hauswirth. »Im Rahmen eines Transfer-Netzwerks werden wir unsere Partnerinnen und Partner aus Behörden, Industrie, Forschung und Politik von Anfang an in die Forschung einbinden.«

Neues Fraunhofer-Zentrum SIRIOS in Berlin nimmt Betrieb auf

Mehr öffentliche Sicherheit mit Simulationen urbaner Infrastrukturen

Pressemitteilung, 25. Januar 2022 (aktualisiert 23. Mai 2022) – Im Januar 2022 nahm das neugegründete Fraunhofer-Zentrum für die Sicherheit Sozio-Technischer Systeme SIRIOS in Berlin seinen Betrieb auf. In übergreifenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten bündelt es die Kompetenzen von vier Fraunhofer-Instituten. Ziel ist es, in den nächsten vier Jahren eine Forschungs-, Test- und Trainingsumgebung für Sicherheitsbehörden, Rettungskräfte und Betreiber kritischer Infrastruktur aufzubauen. Dort können komplexe Sicherheitsszenarien simuliert, virtuell erfahren und real erprobt werden. Auch eine direkte Partizipation von Bürgerinnen und Bürger soll ermöglicht werden, um z. B. subjektives Sicherheitsempfinden zu erfassen.


Die öffentliche Sicherheit steht vor großen Herausforderungen, sei es durch klimabedingte Extremereignisse, Industrieunfälle, Terroranschläge oder Ausschreitungen bei Großveranstaltungen. Hinzu kommen die vielfältigen Abhängigkeiten zwischen Menschen, Technik und Infrastrukturen moderner hochvernetzter Gesellschaften, welche die Gewährleistung öffentlicher Sicherheit komplex und nur schwer beherrschbar machen. Störungen innerhalb solcher sozio-technischer Systeme können schwerwiegende flächendeckende Auswirkungen haben, beispielsweise auf die Versorgung mit Elektrizität, Internet, Telekommunikation, Wasser und Logistik. Mit neuen, umfassenden Simulationssystemen erforschen die Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer SIRIOS diese Abhängigkeiten, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.

»Die Öffentliche Sicherheit ist eine wesentliche Säule unserer Gesellschaft. Diese hängt jedoch nicht nur davon ab, angemessen zu reagieren, sondern vor allem auch davon, Unvorstellbares und Unerwartetes vorauszudenken und so rechtzeitig Strategien zu Sicherheit und Resilienz zu entwickeln. Das neue Fraunhofer-Zentrum für die Sicherheit Sozio-Technischer Systeme SIRIOS wird diese Herausforderung mit wissenschaftlicher Exzellenz adressieren und neue Lösungen und Ansätze entwickeln, um die Resilienz Deutschlands nachhaltig zu stärken«, sagt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Gemeinsam mit unserem Netzwerk aus Behörden, Industrie, Wissenschaft und Politik stellen wir zudem sicher, dass die Ergebnisse der Forschung schnellstmöglich, unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte und zum Vorteil der Gesellschaft Eingang in die Praxis finden, um das Wohl und die Sicherheit aller zu gewährleisten und auszubauen.« In den nächsten Jahren entstehen so Trainings- und Simulationsmöglichkeiten, in denen Sicherheitsbehörden und Rettungskräfte, aber auch Industrie- und Forschungspartner praxisnahe Einsätze in virtueller Realität durchführen und neue oder bereits vorhandene Systeme für die Einsatzunterstützung und Lagevisualisierung testen und weiterentwickeln können.

Ein wachsendes Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut EMI, des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB sowie des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI arbeitet während der Aufbauphase bis 2026 in gemeinsamen und institutsübergreifenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten unter dem Dach des Fraunhofer SIRIOS am Standort Berlin.

Im Fokus stehen zunächst zwei besondere Bedrohungsszenarien: die Auswirkungen eines extremen Wetterereignisses in einer Großstadt sowie eine durch Menschen verursachte Schadenslage bei einer Großveranstaltung. »Gefahrenlagen wie diese sind traurige Realität und werden uns wohl auch in Zukunft treffen. Deswegen ist es so wichtig, das Zusammenwirken von Technik, Infrastruktur, Einsatzkräften und Bevölkerung noch besser zu erforschen und die Erkenntnisse auch auf andere oder neue Bedrohungen zu übertragen«, so Daniel Hiller, Geschäftsführer des Fraunhofer SIRIOS. Die Schwerpunkte liegen entsprechend in der Simulation von Schäden in Gebäuden, Versorgungsnetzen und Infrastrukturen wie der Stromversorgung sowie den daraus folgenden Störungen, beispielsweise durch Ausfall des Internets, der Telekommunikation oder der Logistikketten. Auch das Verhalten von Menschenmengen und die Einbindung von Helfenden soll simuliert werden, um unter anderem auf Paniksituationen während einer Veranstaltung besser reagieren zu können.

Bis 2026 erhält das neue Fraunhofer-Zentrum eine Anschubfinanzierung durch das Land Berlin und den Bund und soll sich danach verstetigen. Die Geschäftsstelle des Fraunhofer SIRIOS ist am Fraunhofer FOKUS in Berlin angesiedelt. Als Sprecher des Zentrums vertritt Prof. Manfred Hauswirth, Leiter des Fraunhofer FOKUS, das Zentrum.


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