SIRIOS-Beiratmitglieder
Nach der Sitzung anwesende Beiratsmitglieder (v.l.n.r.): Klaus Zuch (Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport), Nadine Nagel (IT- und Cybersicherheitsexpertin), Bernd Lietzau, (Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung), Dr. Gitta Vischer (GASAG AG), Dr. Karsten Homrighausen (Feuerwehr Berlin), Sabine ten Hagen-Knauer (Bundesministerium für Bildung und Forschung) Fraunhofer FOKUS

Konstituierende Sitzung des Beirats

Vorsitzender wird Dr. Karsten Homrighausen

Am 24. November 2022 konstituierte sich der Beirat von Fraunhofer SIRIOS. Am Berliner Fraunhofer FOKUS und per Videokonferenz trafen die Mitglieder des Beirats erstmals zusammen, um unter Teilnahme des SIRIOS-Lenkungskreises und -Geschäftsführung über die strategische Ausrichtung des neuen Fraunhofer-Zentrums zu diskutieren. Zum Vorsitzenden des Beirats wurde einstimmig Dr. Karsten Homrighausen, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr gewählt. Seine Vertreterin ist Dr. Gitta Vischer, Bereichsleiterin Unternehmensentwicklung der GASAG AG.

»Der Vorsitz und stellvertretende Vorsitz durch Personen aus einer Sicherheitsbehörde und aus einem KRITIS-Unternehmen repräsentieren im besten Sinne die Forschungsschwerpunkte von Fraunhofer SIRIOS. Die Leitung des Zentrums und seine mittlerweile rund 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich auf eine fachkundige und engagierte Zusammenarbeit freuen«, so Prof. Dr. Manfred Hauswirth, SIRIOS-Sprecher und geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts FOKUS.

Der Beirat umfasst insgesamt zehn Mitglieder – paritätisch besetzt mit fünf Frauen und fünf Männern – aus Politik und Gesellschaft, Forschung und Wissenschaft, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Betreibern kritischer Infrastrukturen (KRITIS) sowie der Sicherheitswirtschaft. Die Mitglieder erhalten ihr Mandat jeweils für zwei Jahre, um das neugegründete Forschungszentrum zu beraten und den Austausch zwischen Forschung und Bedarfsträgern zu stärken. »Gerade in der Startphase des Zentrums ist diese heterogene Zusammensetzung des strategischen Beirats von unschätzbarem Wert, um für die interdisziplinären Schnittstellen in SIRIOS eine ideale Begleitung zu haben«, unterstrich der SIRIOS-Geschäftsführer Daniel Hiller. Der Beirat tritt mindestens einmal im Jahr in Anwesenheit der Geschäftsstelle des Fraunhofer SIRIOS sowie des Lenkungskreises – bestehend aus den Leitern der vier beteiligten Fraunhofer-Institute EMI, FOKUS, IOSB und IVI – zusammen.

Beiratsmitglieder:

  • Mathias Bessel, Landesfeuerwehrverband Sachsen
  • Sabine ten Hagen-Knauer, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Dr. Karsten Homrighausen, Feuerwehr Berlin (Vorsitz)
  • Dr. Angelika Kneidl, accu:rate GmbH – Institute for Crowd Simulation
  • Andreas Könen, Bundesministerium des Innern und für Heimat
  • Bernd Lietzau, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
  • Nadine Nagel, IT- und Cybersicherheitsexpertin
  • Dr. Anke Schröder, Landeskriminalamt Niedersachsen
  • Dr.-Ing. Gitta Vischer, GASAG AG (Stellvertretender Vorsitz)
  • Klaus Zuch, Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport

Weiterführende Links:
Workshop Veranstaltungssicherheit
SIRIOS-Workshop mit dem BVVS Fraunhofer SIRIOS

Sicherheit für Großveranstaltungen

Experten für Veranstaltungssicherheit besuchen Fraunhofer SIRIOS

Die Vorbereitung, Prävention und der Schutz von sicherheitskritischen Ereignissen wie Großveranstaltungen ist eine der großen Pilotthemen, mit denen sich das Fraunhofer SIRIOS bei der Entwicklung neuer Simulationen beschäftigt. Um einen Überblick über reale Abläufe und Herausforderungen zu bekommen, veranstalteten die Mitarbeitenden am 09. November gemeinsam mit dem Vorstand des Bundesverbandes für Veranstaltungssicherheit (BVVS) einen Workshop. Ziel war es zunächst, Akteure, Infrastrukturen und Technologien sowie Prozesse und Verantwortlichkeiten zu identifizieren.

Anhand einer Präsentation des BVVS zu den Sicherheitsvorkehrungen und -herausforderungen einer mehrtägigen Großveranstaltung in Hessen (Hessentag 2016) mit rund einer Million Besuchern wurde der fachliche Aufwand und die thematische Bandbreite der Veranstaltungssicherheit deutlich. Da entsprechend jede Veranstaltung individuell bewertet werden müsse und verbindliche Standards für Sicherheitskonzepte nicht existent seien, könnten Simulationen wichtige Zusatzerkenntnisse liefern und die Sicherheitsplanung von Veranstaltungen zu vereinfachen, so der BVVS. In einer anschließenden Brainstorming-Session wurden bereits einige Eckdaten und Faktoren für die geplanten Arbeiten in SIRIOS erfasst, allerdings nur als ein initialer Startpunkt für eine weitere fachliche Vertiefung, die im kommenden Jahr weiter angeschoben werden soll.

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Mitarbeiter von Fraunhofer SIRIOS im Telekom-Showroom Fraunhofer SIRIOS

Kommunikation unter Extrembedingungen

Einblicke in den Showroom der Telekom

Im sicheren Telekomgebäude und doch mitten im Krisenszenario: Die Telekom, Europas größtes Telekommunikationsunternehmen, bot am 12. Oktober einem Team von Fraunhofer SIRIOS besondere Einblicke in ihren erst vor wenigen Monaten eröffneten Showroom. Digitale Kommunikation in Katastrophensituationen, ad hoc Netzwerke und automatisierte Erfassung von Lageinformation über Dronen – dies sind nur einigen der Themen, die im nicht-öffentlichen Showroom präsentiert wurden. Dabei wurden die Gäste von Fraunhofer SIRIOS über Licht-, Sound- und Videosequenzen mitten in die Krisensituationen hineinversetzt. Andreas Bostan von der Deutschen Telekom Business Solutions GmbH, der mit seinen KollegInnen den Showroom umgesetzt hat: »Das Ziel ist es, unseren Gästen nicht nur Verständnis, sondern auch Awareness von der Relevanz neuer Entwicklungen im Bereich Öffentlichen Sicherheit und Resilienz zu vermitteln.« Ein Anliegen, dem auch Fraunhofer SIRIOS sich verpflichtet fühlt. Entsprechend intensive Diskussionen folgten in Verbindung mit einer Gegeneinladung, um bereits in vielen verschiedenen Bereichen bestehende Kontakte zwischen Telekom und Fraunhofer weiter zu intensivieren.

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Fraunhofer SIRIOS beim BayZBE Fraunhofer FOKUS

Katastrophe auf Knopfdruck

Fraunhofer SIRIOS zu Gast im BayZBE

Ob Terroranschlag, Naturkatastrophe oder Großunfall – im BayZBE (Bayerische Zentrum für besondere Einsatzlagen) können Rettungskräfte unterschiedlichste Gefahrensituation am eigenen Leib erleben und trainieren. In realitätsnahen Umgebungen (z.B. Klassenzimmer) werden sie mittels Licht-, Video-, Sound-Effekten auf Knopfdruck in Stresssituationen versetzt, die sonst bloße Theorie blieben. Am 27. September haben SIRIOS-Mitarbeitende das Zentrum besucht und über Schnittstellen und Anknüpfungspunkte diskutiert.

»Unsere Simulationen sollen die Arbeit der Rettungskräfte konkret unterstützen«, erklärt Daniel Hiller, SIRIOS-Geschäftsführer. Das BayZBE könne hierfür ein wichtiges Bindeglied zu den Rettungsorganisationen sein. Dabei biete gerade die Forschung, den oftmals nötigen Blick in die Zukunft. Hiller: »Keiner hätte vor fünf Jahren schon in dem Ausmaß mit Energieengpässe und Versorgungsausfällen gerechnet. In SIRIOS können wir heute noch undenkbare was-wäre-wenn-Szenarien simulieren, die dann das BayZBE zum Beispiel in Trainings konkret vorbereitet.« Andersherum könnten die Schulungen des BayZBE wichtige Erkenntnisse zum Beispiel über das Verhalten bei Paniksituationen liefern, die in die Simulations-Modelle einfließen.

Am Ende des intensiven Austausches stand sowohl für das Team des BayZBE sowie für die KollegInnen von SIRIOS fest, dass man bei einem Anschlusstermin schon über konkrete Projekte sprechen wird. Denn Anknüpfungspunkte gibt es genug!

SIRIOS-Workshop
Workshop bei Fraunhofer SIRIOS Fraunhofer FOKUS

AnwenderInnen-orientierte Forschung

Berliner Innensenat, Berliner Feuerwehr und Polizei Berlin zu Gast

Unter aktiver Teilnahme von rund 40 Mitarbeitenden und externen Gästen des Berliner Innensenats, der Berliner Feuerwehr und der Polizei Berlin hat Fraunhofer SIRIOS am 15.9. eine Reihe von Workshops und Austauschformaten gestartet, zunächst mit einem Workshop mit AnwenderInnen aus BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben). Ziel ist es, die Sichtweisen der Behörden, Organisationen und Unternehmen, deren Vorgehensweisen und Bedarfe »by design«, d.h. von Anfang an, in den wissenschaftlichen Entwicklungsprozess zu integrieren, um den Fraunhofer-Anspruch an anwendungsorientierter Forschung gerecht zu werden.

Simulationen muss aussagekräftig und konkret sein!

In mehreren Brainstorming-Runden wurden dafür die spezifischen Schwerpunkte (z.B. Infrastruktur, Prozesse und Akteure) im Ablauf einer Krisenlage identifiziert, bewertet und geclustert. In abschließenden Diskussionen wurden die Ergebnisse mit den Möglichkeiten der Simulation gematcht und diskutiert. Dabei betonten die Teilnehmenden aus der Praxis ihre Erwartungshaltung: »Simulationen müssen stimmen, d.h. aussagekräftig und konkret sein, damit wir auf ihnen basierend Entscheidungen fällen können.« Weitere Workshops zu den Themen Event-Sicherheit und KRITIS sind bereits in Planung. 

Eröffnung Fraunhofer SIRIOS
Von rechts: Fraunhofer-Präsident Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Berlins Innensenatorin Iris Spranger, Abteilungsleiter beim BMBF Prof. Dr. Ina Schieferdecker, SIRIOS-Sprecher und Leiter des Fraunhofer FOKUS Prof. Dr. Manfred Hauswirth, SIRIOS-Geschäftsführer Daniel Hiller Paul Hahn / Fraunhofer FOKUS

Fraunhofer SIRIOS feierlich eröffnet

Im Beisein von rund 100 Gästen und hochrangigen Vertretern aus Politik, Sicherheitsbehörden, Industrie und Forschung wurde am Mittwoch, 25. Mai 2022, das neugegründete Fraunhofer-Zentrum für die Sicherheit Sozio-Technischer Systeme SIRIOS offiziell im Berliner FUTURIUM eröffnet.

Ob Hochwasserkatastrophe, Terroranschläge oder die Auswirkungen von Kriminalität und internationalen Krisen - Sicherheit ist mehr denn je eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Dabei sind die vielfältigen Abhängigkeiten zwischen Menschen, Technik und Infrastrukturen in modernen hochvernetzten Gesellschaften – den sozio-technischen Systemen – extrem komplex und bislang für Fragen der öffentlichen Sicherheit noch nicht hinreichend analysiert. Mit der Eröffnung des neuen Fraunhofer SIRIOS wurde daher am vergangenen Mittwoch der Startschuss für einen weiteren Meilenstein in der deutschen Sicherheitsforschung gegeben: Ziel des Zentrums ist es, im Rahmen einer institutsübergreifenden Kooperation der vier Fraunhofer-Institute EMI, FOKUS, IOSB und IVI komplexe Krisen wie eine Sturzflut oder einen Terroranschlag umfassend virtuell abzubilden.

In den Grußworten der Berliner Innensenatorin, Iris Spranger, der Abteilungsleiterin »Forschung für technologische Souveränität und Innovationen« im BMBF, Prof Dr. Ina Schieferdecker, sowie dem Fraunhofer-Präsidenten, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, wurde die aktuelle Relevanz der öffentlichen Sicherheit und die wichtige Rolle der exzellenten Sicherheitsforschung hervorgehoben. Die Berliner Innensenatorin, Iris Spranger sagte: »In den letzten Jahren haben sich sowohl die Berliner Feuerwehr, als auch die Polizei Berlin sowie die Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport an zahlreichen Forschungsprojekten beteiligt. Berlin ist Innovations- und Forschungsmetropole, auch im Bereich Sicherheitsforschung. Deshalb freut es mich außerordentlich, dass das neue Fraunhofer-Zentrum hier in Berlin eröffnet und arbeiten wird. Die Sicherheitslandschaft Berlins wird wesentlich von ihrer Arbeit profitieren und wir freuen uns auf einen regen Austausch.« Die BMBF-Abteilungsleiterin Prof. Dr. Schieferdecker erklärte: »SIRIOS wird mit der Entwicklung zukunftsfähiger Sicherheitslösungen als wichtiger Katalysator bei der Prävention und Bewältigung von komplexen Krisenszenarien sowie als Multiplikator, der diese Lösungen in die Fachszene der zivilen Sicherheitsforschung trägt, wirken.« Fraunhofer-Präsident, Prof. Dr. Reimund Neugebauer wies schließlich darauf hin, dass guter Zivilschutz zwar meistens unsichtbar sei, aber gleichzeitig eine Grundbedingung für den Wohlstand und die Entfaltung eines friedlichen, demokratischen Gemeinwesens. Mit der gebündelten Kompetenz von vier Instituten verfolge das neue Fraunhofer-Zentrum daher eine wichtige Mission.

In der Vorstellung des neuen Zentrums durch den SIRIOS-Sprecher und Leiter des Fraunhofer FOKUS, Prof. Dr. Manfred Hauswirth und der anschließenden Dialogrunde mit dem Berliner Landesbranddirektor, Dr. Karsten Homrighausen, dem Leiter des THW-Leitungsstabs, Klaus-Dieter Büttgen, dem Stabsleiter integrierte Sicherheit der BEN Berlin Energie- und Netzholding GmbH, Stephan Boy, wurden Chancen und Herausforderungen, Bedarfe aber auch Erwartungen an das Fraunhofer SIRIOS ausgetauscht und diskutiert. Eine offene Diskussion, die man auch nach der Veranstaltung weiterführen werde, so der SIRIOS-Sprecher Prof. Dr. Manfred Hauswirth. »Im Rahmen eines Transfer-Netzwerks werden wir unsere Partnerinnen und Partner aus Behörden, Industrie, Forschung und Politik von Anfang an in die Forschung einbinden.«

Neues Fraunhofer-Zentrum SIRIOS in Berlin nimmt Betrieb auf

Mehr öffentliche Sicherheit mit Simulationen urbaner Infrastrukturen

Pressemitteilung, 25. Januar 2022 (aktualisiert 23. Mai 2022) – Im Januar 2022 nahm das neugegründete Fraunhofer-Zentrum für die Sicherheit Sozio-Technischer Systeme SIRIOS in Berlin seinen Betrieb auf. In übergreifenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten bündelt es die Kompetenzen von vier Fraunhofer-Instituten. Ziel ist es, in den nächsten vier Jahren eine Forschungs-, Test- und Trainingsumgebung für Sicherheitsbehörden, Rettungskräfte und Betreiber kritischer Infrastruktur aufzubauen. Dort können komplexe Sicherheitsszenarien simuliert, virtuell erfahren und real erprobt werden. Auch eine direkte Partizipation von Bürgerinnen und Bürger soll ermöglicht werden, um z. B. subjektives Sicherheitsempfinden zu erfassen.


Die öffentliche Sicherheit steht vor großen Herausforderungen, sei es durch klimabedingte Extremereignisse, Industrieunfälle, Terroranschläge oder Ausschreitungen bei Großveranstaltungen. Hinzu kommen die vielfältigen Abhängigkeiten zwischen Menschen, Technik und Infrastrukturen moderner hochvernetzter Gesellschaften, welche die Gewährleistung öffentlicher Sicherheit komplex und nur schwer beherrschbar machen. Störungen innerhalb solcher sozio-technischer Systeme können schwerwiegende flächendeckende Auswirkungen haben, beispielsweise auf die Versorgung mit Elektrizität, Internet, Telekommunikation, Wasser und Logistik. Mit neuen, umfassenden Simulationssystemen erforschen die Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer SIRIOS diese Abhängigkeiten, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.

»Die Öffentliche Sicherheit ist eine wesentliche Säule unserer Gesellschaft. Diese hängt jedoch nicht nur davon ab, angemessen zu reagieren, sondern vor allem auch davon, Unvorstellbares und Unerwartetes vorauszudenken und so rechtzeitig Strategien zu Sicherheit und Resilienz zu entwickeln. Das neue Fraunhofer-Zentrum für die Sicherheit Sozio-Technischer Systeme SIRIOS wird diese Herausforderung mit wissenschaftlicher Exzellenz adressieren und neue Lösungen und Ansätze entwickeln, um die Resilienz Deutschlands nachhaltig zu stärken«, sagt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Gemeinsam mit unserem Netzwerk aus Behörden, Industrie, Wissenschaft und Politik stellen wir zudem sicher, dass die Ergebnisse der Forschung schnellstmöglich, unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte und zum Vorteil der Gesellschaft Eingang in die Praxis finden, um das Wohl und die Sicherheit aller zu gewährleisten und auszubauen.« In den nächsten Jahren entstehen so Trainings- und Simulationsmöglichkeiten, in denen Sicherheitsbehörden und Rettungskräfte, aber auch Industrie- und Forschungspartner praxisnahe Einsätze in virtueller Realität durchführen und neue oder bereits vorhandene Systeme für die Einsatzunterstützung und Lagevisualisierung testen und weiterentwickeln können.

Ein wachsendes Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut EMI, des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB sowie des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI arbeitet während der Aufbauphase bis 2026 in gemeinsamen und institutsübergreifenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten unter dem Dach des Fraunhofer SIRIOS am Standort Berlin.

Im Fokus stehen zunächst zwei besondere Bedrohungsszenarien: die Auswirkungen eines extremen Wetterereignisses in einer Großstadt sowie eine durch Menschen verursachte Schadenslage bei einer Großveranstaltung. »Gefahrenlagen wie diese sind traurige Realität und werden uns wohl auch in Zukunft treffen. Deswegen ist es so wichtig, das Zusammenwirken von Technik, Infrastruktur, Einsatzkräften und Bevölkerung noch besser zu erforschen und die Erkenntnisse auch auf andere oder neue Bedrohungen zu übertragen«, so Daniel Hiller, Geschäftsführer des Fraunhofer SIRIOS. Die Schwerpunkte liegen entsprechend in der Simulation von Schäden in Gebäuden, Versorgungsnetzen und Infrastrukturen wie der Stromversorgung sowie den daraus folgenden Störungen, beispielsweise durch Ausfall des Internets, der Telekommunikation oder der Logistikketten. Auch das Verhalten von Menschenmengen und die Einbindung von Helfenden soll simuliert werden, um unter anderem auf Paniksituationen während einer Veranstaltung besser reagieren zu können.

Bis 2026 erhält das neue Fraunhofer-Zentrum eine Anschubfinanzierung durch das Land Berlin und den Bund und soll sich danach verstetigen. Die Geschäftsstelle des Fraunhofer SIRIOS ist am Fraunhofer FOKUS in Berlin angesiedelt. Als Sprecher des Zentrums vertritt Prof. Manfred Hauswirth, Leiter des Fraunhofer FOKUS, das Zentrum.


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